Natura 2000 - Rückblick auf eine Veranstaltung am 14. Mai 2019
Naturschutz im Einklang mit den Eigentümerinteressen

Natura 2000 Web

Alle Fotos: M. Burghard

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kempten veranstaltete am 14. Mai einen Begang in das Flora Fauna Habitat Gebiet „Naturschutzgebiet Rohrachschlucht".
Forstdirektor Peter Titzler konnte über 50 Teilnehmer begrüßen und stellte das Gebiet und den Ablauf des Runden Tisches kurz vor.

Anschließend wies Mathias Burghard, Natura 2000-Gebietsbeauftragter am AELF Kempten, noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass geplante naturschutzfachliche Maßnahmen im FFH-Gebiet „Naturschutzgebiet Rohrachschlucht“ freiwillig sind und nur mit Zustimmung der Grundeigentümer umgesetzt werden.
Managementplan
Nach der Kartierung des Gebietes wurde ein Managementplan mit bestimmten Maßnahmen erstellt, dieser ist für Behörden verbindlich und dient den privaten Grundstückseigentümer als Empfehlung.

Das FFH-Gebiet „Naturschutzgebiet Rohrachschlucht“ ist Teil des europaweiten Biotopverbundnetzes Natura 2000.
Nachhaltige Bewirtschaftung
Die Hauptziele der Schutzgebietsausweisung sind der Erhalt unseres heimischen Naturerbes, aber auch die Sicherung einer zukunftsfähigen, nachhaltigen Landnutzung durch die Landwirte und Waldbesitzer. Diese haben über Generationen hinweg in vielen Gebieten durch einen verantwortungsbewussten und pfleglichen Umgang mit der Natur zum jetzigen guten Erhaltungszustand des Gebiets maßgeblich beigetragen.

Einer zukünftigen nachhaltigen Bewirtschaftung steht auch im Rahmen der Gebietsausweißung nichts im Wege.

Kartierung und Förderungsmöglichkeiten
Boris Mittermeier (AELF Krumbach), der für die Kartierung der Waldflächen verantwortlich war, stellte zusammen mit Armin Woll, selbständiger Kartierer, beispielhalft ausgewählte Offenland- sowie Waldlebensräume vor.

Nachdem noch einmal explizit auf die Unverbindlichkeit der geplanten Maßnahmen für private Grundeigentümer hingewiesen wurde, stellte Mathias Burghard die Möglichkeiten zur staatlichen Förderung von naturschutzfachlichen Maßnahmen wie zum Beispiel dem „aktiven Nutzungsverzicht“ oder die Förderung von Biotopbäumen und Tothölzer vor.
Während der Veranstaltung wurde das für alle Beteiligte geltende sogenannte: „Verschlechterungsverbot“ angesprochen.
Dies besagt, dass sich der kartierte und dokumentierte Zustand eines Lebensraums oder einer speziellen Art nicht durch bestimmte Maßnahmen oder Projekte erheblich verschlechtern darf.
Somit wirkt sich der Managementplan auch auf die privaten Grundeigentümer und sonstigen Nutzer aus, weil er durch die Kartierung und Bewertung der Lebensraumtypen und Arten den Ist-Zustand dokumentiert, an dem sich das für jedermann geltende gesetzliche Verschlechterungsverbot orientiert.
Frau Isolde Miller stellte als Gebietsbetreuerin der Moore, Tobel und Bodenseeufer im Landkreis Lindau Maßnahmen auf Flächen des Bund Naturschutz sowie des Landkreises vor.
Mit der Veranstaltung konnten ungeklärte Fragen der Teilnehmer durch die anwesenden Experten der betroffenen Behörden beantwortet und vorhandene Unstimmigkeiten abgeklärt werden. In einer an die Vorstellung des Managementplans anschließenden Diskussion konnten sich die Teilnehmer aktiv einbringen und ihre Punkte vortragen.
Im nächsten Schritt werden die Anregungen des Runden Tisches in den Management Plan eingearbeitet.
Nach dessen Ergänzung findet eine einmonatige öffentliche Auslegung statt. Hierbei wird allen Beteiligten die Möglichkeit eingeräumt den Plan anzusehen und Einwände und Anregungen schriftlich vorzubringen. Die öffentliche Auslegung wird gemeindeüblich bekannt gegeben.

Fernsehbeitrag bei TV Allgäu (ab 17. Minute)

Ansprechpartner

Mathias Burghard
AELF Kempten (Allgäu)
Adenauerring 97
87439 Kempten (Allgäu)
Telefon: 08323 9606-41
Mobil: 0170 2212223
Fax: +49 831 52147-444
E-Mail: Poststelle@aelf-ke.bayern.de